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Fach: Deutsch
Jahrgang: 10
Thema: Abschlussprüfung_Realschule
Niveau: erweitert
Typ: arbeitsblatt
---Inhalt---
Hier ist das vollständige Prüfungspaket basierend auf deinen Vorgaben und den bereitgestellten Dateien.

Das Paket besteht aus 4 Teilen:
1.  **Prüfungsaufgaben (Schülerblatt)**
2.  **Hinweise für die Lehrkraft** (inkl. Bewertungsmaßstäbe)
3.  **Erwartungshorizont** (Detaillierte Punktevergabe)
4.  **Lösungsblatt** (Musterlösung zur schnellen Orientierung)

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# Blatt 1: Prüfungsaufgaben

**SCHRIFTLICHE ABSCHLUSSPRÜFUNG DEUTSCH**
**REALSCHULABSCHLUSS**

**Thema:** Anerkennung und Identität
**Arbeitszeit:** 210 Minuten (+ 30 Min. Einlesezeit)

**Name, Vorname:** ____________________________________________________

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## Teil A – Textverständnis und Sprachuntersuchung

**Lesen Sie die Materialien M 1 und M 2 gründlich!**
**Lösen Sie anschließend die Aufgaben auf den Arbeitsblättern.**

**Material M 1:**
*Katrin Zeug: Süchtig nach Anerkennung (Textauszug)*

**Material M 2:**
*Grafik: So sehen Schülerinnen und Schüler die Unterstützung durch ihre Lehrkräfte (Robert Bosch Stiftung, 2024)*

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### Aufgaben zu Material M 1 und M 2

**1.** Nennen Sie vier im Text (M 1) genannte Beispiele dafür, was Menschen tun, um Anerkennung zu erhalten.
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   ________/4 BE

**2.** Erklären Sie mit eigenen Worten, warum laut Joachim Bauer (Z. 19-21) soziale Anerkennung das Motivationssystem so stark aktiviert.
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   ________/3 BE

**3.** Entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen zum Text M 1 richtig oder falsch sind. Kreuzen Sie an.

| Aussage | richtig | falsch |
| :--- | :---: | :---: |
| a) Kim Raisner wurde bei der WM in Ungarn kaum beachtet. | | |
| b) Der Wunsch nach Anerkennung ist ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken. | | |
| c) Nur positive Bestätigung aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn. | | |
| d) Menschen mit geringem Selbstwertgefühl nehmen Lob oft schlecht an. | | |

   ________/4 BE

**4.** „Soziale Anerkennung wirkt wie eine Droge.“ (Z. 7).
   Erläutern Sie diese Metapher unter Einbeziehung der neurobiologischen Erklärungen aus dem Text (Z. 15-18).
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   ________/4 BE

**5.** Werten Sie die Grafik (M 2) aus.
   Vergleichen Sie die Aussagen „mag mich gern“ und „ist freundlich zu mir“. Was fällt im Vergleich der Zustimmungswerte („trifft auf die meisten... zu“) auf?
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   ________/3 BE

**6.** Setzen Sie die Textaussage von Johanna Graf (M 1, Z. 49-50) in Beziehung zur Grafik (M 2).
   Inwieweit spiegelt das Item „sagt mir, was ich schon kann...“ (Grafik) die Theorie des „richtigen Lobens“ (Text) wider?
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   ________/4 BE

**7.** Bestimmen Sie die Wortart der unterstrichenen Wörter im folgenden Satz:
   „Der *soziale* Vergleich *schont* geistige *Ressourcen*.“

   soziale: _______________________
   schont: _______________________
   Ressourcen: _______________________
   ________/3 BE

**8.** Formen Sie den folgenden Satz in das Passiv um:
   „Die unbewussten Mechanismen treiben Menschen zu den unterschiedlichsten Taten.“
   ___________________________________________________________________________
   ___________________________________________________________________________
   ________/2 BE

**9.** Erklären Sie die Bedeutung der folgenden Begriffe im Kontext des Textes M 1:
   a) Motivationssystem: __________________________________________________
   b) Selbstwert: _________________________________________________________
   ________/2 BE

**10.** Verknüpfen Sie die folgenden Sätze zu einem sinnvollen Satzgefüge. Nutzen Sie eine Konjunktion, die einen Gegensatz ausdrückt.
    *Viele Menschen sehnen sich nach Lob.*
    *Sie können die Bestätigung oft nicht annehmen.*
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   ________/2 BE

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## Teil B – Textproduktion

**Bearbeiten Sie Aufgabe 1 ODER Aufgabe 2.**

**Aufgabe 1: Szenenanalyse**
Lesen Sie dazu den Auszug aus dem Theaterstück „Digital Life“ (Szenenauszug_26).

Peggy ist im Krankenhaus aufgewacht und trifft auf ihre ehemalige Freundin Kaya.
**Interpretieren Sie die vorliegende Szene.**
Berücksichtigen Sie dabei:
*   eine Einordnung der Szene in den Handlungsverlauf (basierend auf dem Vorspann),
*   die Charakterisierung von Peggy und Kaya sowie deren Beziehung zueinander,
*   die Gesprächsanteile und das Verhalten der beiden Figuren,
*   die Bedeutung der „Klicks“ und „Likes“ für Peggys Selbstbild (Bezug zu M 1 möglich).

**ODER**

**Aufgabe 2: Erörterung**
Lesen Sie dazu Material M 1 („Süchtig nach Anerkennung“).

In sozialen Medien und im schulischen Alltag spielt die Jagd nach Anerkennung eine große Rolle.
**Erörtern Sie die Aussage: „Der Zwang zur Selbstdarstellung in sozialen Medien zerstört echte Freundschaften.“**
*   Setzen Sie sich kritisch mit der These auseinander.
*   Nutzen Sie Argumente aus dem Text M 1 und Ihre eigenen Erfahrungen.
*   Wägen Sie Vor- und Nachteile der digitalen Anerkennung ab und kommen Sie zu einem begründeten Fazit.

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# Blatt 2: Hinweise für die Lehrkraft

**Thema:** Anerkennung, Identität und soziale Medien
**Klassenstufe:** 10 (Realschulabschluss)

### Didaktischer Kommentar
Die Prüfung verbindet Sachtextanalyse (Teil A) mit literarischer Analyse oder Erörterung (Teil B). Thematisch greift sie die Lebenswelt der Schüler (Social Media, Anerkennung, Leistungsdruck) auf.
*   **Teil A** prüft Lesekompetenz (Informationsentnahme, Schlussfolgerungen) und Sprachreflexion (Grammatik, Wortarten). Grundlage ist ein populärwissenschaftlicher Text über die Psychologie der Anerkennung.
*   **Teil B** bietet eine Wahlmöglichkeit zwischen einer literarischen Analyse eines modernen Theaterstücks (Thema: Influencer-Wahn) und einer textgebundenen Erörterung.

### Bewertungshinweise Teil A (Sprachliche Richtigkeit)
Für die Rechtschreib- und Grammatikleistung im Teil A werden maximal **5 Bewertungseinheiten** vergeben.
*   **5-4 BE:** Kaum Fehler; komplexe Satzstrukturen sicher beherrscht.
*   **3-2 BE:** Fehler beeinträchtigen das Verständnis nicht; Grundregeln weitgehend sicher.
*   **1-0 BE:** Häufige Verstöße gegen elementare Regeln; Verständnis teilweise beeinträchtigt.

### Hinweise zu Teil B
*   **Aufgabe 1 (Analyse):** Erwartet wird eine strukturierte Interpretation (Einleitung, Hauptteil, Schluss). Der Fokus liegt auf der Diskrepanz zwischen Peggys äußerem Erfolg („Fame“) und ihrer inneren Leere/Gesundheit, kontrastiert mit Kayas Bodenständigkeit.
*   **Aufgabe 2 (Erörterung):** Erwartet wird eine dialektische Erörterung (Sanduhr- oder Ping-Pong-Prinzip). Schüler sollten definieren, was „echte Freundschaft“ bedeutet und wie Mechanismen wie Neid, Inszenierung oder ständige Verfügbarkeit (siehe M 1) darauf einwirken.

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# Blatt 3: Erwartungshorizont (Bewertungsraster)

## Teil A – Textverständnis und Sprachuntersuchung (31 BE)

**Aufgabe 1 (4 BE)**
*Nennung von 4 Aspekten (je 1 BE), z.B.:*
*   Körper zum Äußersten treiben (Sport)
*   Überstunden machen
*   Lügen
*   Hungern
*   Sich operieren lassen
*   Aggression zeigen

**Aufgabe 2 (3 BE)**
*Erklärung des Sachverhalts:*
*   Neurobiologische Studien zeigen, dass nichts das System so sehr aktiviert wie gesehen/anerkannt zu werden (1 BE).
*   Es werden Botenstoffe (Dopamin) ausgeschüttet (1 BE).
*   Dies erzeugt Glücksgefühle/Rauschzustände (1 BE).

**Aufgabe 3 (4 BE)**
*   a) Falsch (1 BE)
*   b) Richtig (1 BE)
*   c) Falsch (auch Aggression kann Versuch sein) (1 BE)
*   d) Richtig (1 BE)

**Aufgabe 4 (4 BE)**
*Erläuterung der Metapher:*
*   Vergleich: Anerkennung wirkt wie Suchtmittel (1 BE).
*   Neurobiologische Begründung: Gleiche Hirnregion (Mitte des Hirns) aktiv wie bei Drogen (1 BE).
*   Ausschüttung von Dopamin (Glück/Stärke) (1 BE).
*   Folge: Man will immer mehr davon (Wiederholungszwang/Entzugserscheinungen bei Fehlen) (1 BE).

**Aufgabe 5 (3 BE)**
*Auswertung Grafik:*
*   „Ist freundlich zu mir“ hat sehr hohe Zustimmung (74% „meisten“, 17% „Hälfte“) (1 BE).
*   „Mag mich gern“ hat geringere Werte (60% „meisten“, 25% „Hälfte“) (1 BE).
*   Fazit: Schüler nehmen Lehrkräfte eher als professionell freundlich wahr, aber weniger als emotional zugewandt („mögen“) (1 BE).

**Aufgabe 6 (4 BE)**
*Transfer Text-Grafik:*
*   Theorie (Text): Richtiges Loben beschreibt das Gute genau / positive Details (1 BE).
*   Grafik-Item: „sagt mir, was ich schon kann...“ entspricht diesem detaillierten Lob (1 BE).
*   Abgleich: Dieser Wert ist in der Grafik eher niedrig (nur 35% „meisten“) (1 BE).
*   Schlussfolgerung: Die Theorie des effektiven Lobens wird in der Praxis laut Schülersicht oft nicht umgesetzt (1 BE).

**Aufgabe 7 (3 BE)**
*   soziale: Adjektiv (1 BE)
*   schont: Verb (1 BE)
*   Ressourcen: Substantiv / Nomen (1 BE)

**Aufgabe 8 (2 BE)**
*Passivumformung:*
*   „Menschen werden (von den unbewussten Mechanismen) zu den unterschiedlichsten Taten getrieben.“
*   (Korrekte Bildung Passiv: 1 BE, Erhalt des Inhalts/Zeitform: 1 BE)

**Aufgabe 9 (2 BE)**
*   a) Motivationssystem: Innerer Antrieb/Belohnungszentrum im Gehirn (1 BE).
*   b) Selbstwert: Das Gefühl für den eigenen Wert/die eigene Wichtigkeit (1 BE).

**Aufgabe 10 (2 BE)**
*Satzgefüge mit Konjunktion (Gegensatz):*
*   Z.B.: „Viele Menschen sehnen sich nach Lob, **aber/doch/obwohl** sie die Bestätigung oft nicht annehmen können.“ (Sinnvolle Verknüpfung: 1 BE, korrekte Interpunktion/Grammatik: 1 BE).

*(Hinweis: Die Gesamtpunktzahl in Teil A kann je nach Gewichtung der Sprachnote variieren, hier rechnerisch 31 inhaltliche Punkte + bis zu 5 Sprachpunkte = ca. 36 BE, skalierbar auf 50).*

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## Teil B – Textproduktion (30 BE Inhalt + 20 BE Darstellung)

### Zu Aufgabe 1 (Szenenanalyse)

**Inhaltliche Leistung (30 BE):**
*   **Einleitung:** Titel, Autor, Textsorte, Thema (Peggy im Krankenhaus nach Zusammenbruch), Einordnung (Szene 6, Wendepunkt nach Aufstieg zur Influencerin).
*   **Hauptteil:**
    *   *Situationsanalyse:* Peggy erwacht in Psychiatrie/Krankenhaus, will fliehen, ist physisch am Ende (Tropf, Zusammenbruch).
    *   *Charakterisierung Peggy:* Sucht nach „Fame“ (Klicks), definiert sich nur über Außenwirkung („Ich bin fame, du nicht“), verdrängt Realität (will weg), körperlich schwach, aber arrogant gegenüber Kaya.
    *   *Charakterisierung Kaya:* Bodenständig, arbeitet im Krankenhaus („echtes Leben“), sorgt sich, aber distanziert sich von Peggys Wahn, moralisch überlegen („Dafür bin ich gesund“).
    *   *Beziehung:* Entfremdet. Früher Freundinnen, jetzt Welten zwischen ihnen (virtueller Ruhm vs. reale Arbeit/Gesundheit). Kaya durchschaut Peggy („Weil ich sonst nichts habe“).
    *   *Sprache:* Jugendsprache/Umgangssprache („Scheiße“, „Klapse“, „fame“), kurze Sätze (Hektik/Schwäche).
*   **Schluss:** Zusammenfassung der Kernaussage (Preis des Ruhms, Einsamkeit in der digitalen Welt).

### Zu Aufgabe 2 (Erörterung)

**Inhaltliche Leistung (30 BE):**
*   **Einleitung:** Hinführung zum Thema (z.B. Instagram/TikTok-Nutzung), Nennung der These, Relevanz.
*   **Hauptteil:**
    *   *Klärung:* Was heißt „Selbstdarstellung“? Was ist „echte Freundschaft“?
    *   *Argumente PRO These (Zerstörung):*
        *   Neid durch ständiges Vergleichen (Bezug M 1).
        *   Inszenierung statt Ehrlichkeit (Filter, Fake-Life).
        *   Zeitfresser: Pflege des Online-Profils statt Zeit für Freunde.
        *   Oberflächlichkeit: Likes zählen mehr als tiefgründige Gespräche.
    *   *Argumente KONTRA These (Keine Zerstörung / Chance):*
        *   Kontakt halten über Distanz einfacher.
        *   Gemeinsame Interessen finden.
        *   Selbstdarstellung als kreativer Ausdruck, den Freunde unterstützen können.
        *   Differenzierung: Es kommt auf den Umgang an (Medienkompetenz).
*   **Schluss:** Abwägendes Fazit, eigene begründete Positionierung.

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# Blatt 4: Lösungsblatt (Kurzfassung)

*(Zur schnellen Orientierung für Schüler nach der Prüfung oder zur Selbstkorrektur)*

**Teil A**
1.  **Beispiele:** Sport/Training bis zum Äußersten, Überstunden, Lügen, Hungern, Schönheits-OPs, Aggression.
2.  **Joachim Bauer:** Anerkennung aktiviert Motivationssystem -> Dopamin -> Glücksgefühl/Rausch -> Wunsch nach Wiederholung.
3.  a) Falsch, b) Richtig, c) Falsch, d) Richtig.
4.  **Metapher:** Wie eine Droge macht Anerkennung süchtig (gleiche Hirnregion), erzeugt Rausch (Dopamin) und Entzugserscheinungen (Streben nach immer mehr).
5.  **Grafik:** Schüler empfinden Lehrer als freundlich (hoher Wert), aber weniger als emotional nah/mögend (niedrigerer Wert). Professionelle Distanz.
6.  **Bezug:** Text fordert „genaues Beschreiben“ (Details) beim Loben. Grafik zeigt, dass genau das („sagt mir, was ich schon kann“) eher selten passiert (nur 35%). Theorie und Praxis klaffen auseinander.
7.  **Wortarten:** Adjektiv, Verb, Substantiv.
8.  **Passiv:** Menschen werden (von den unbewussten Mechanismen) zu den unterschiedlichsten Taten getrieben.
9.  **Begriffe:** a) Belohnungssystem im Hirn, b) Gefühl für den eigenen Wert.
10. **Satzgefüge:** ... sehnen sich nach Lob, **aber** sie können ... (oder: **obwohl** sie ... können sie nicht).

**Teil B (Kernpunkte)**
*   **Aufgabe 1 (Digital Life):** Peggy (Influencerin, süchtig nach Klicks, gesundheitlich am Ende) trifft Kaya (Krankenschwester, bodenständig). Konflikt: Scheinwelt vs. Realität. Peggy erkennt ihre Leere („Weil ich sonst nichts habe“), wehrt sich aber mit Arroganz. Kaya zeigt Mitleid, aber Grenzen.
*   **Aufgabe 2 (Erörterung):** Diskussion darüber, ob Social Media Freundschaften killt. Pro: Neid, Fake-Welt, Zeitverlust. Contra: Vernetzung, Kreativität. Fazit: Die Dosis und die Ehrlichkeit machen das Gift.
