---MetaData---
Fach: Religion
Jahrgang: 11
Thema: Kirche
Niveau: erweitert
Typ: arbeitsblatt
---Inhalt---
Hier ist ein kompetenzorientiertes Arbeitsblatt für den Religionsunterricht in der Jahrgangsstufe 11 (Gymnasium/Gesamtschule), das die Grundvollzüge mit den Dimensionen des Kirchenbegriffs verknüpft.

---
Fach: Religion (ev.)
Klasse: 11
Thema: Ekklesiologie
Name: _________________ Datum: _________
---

# Arbeitsblatt: Kirche im Fokus – Dimensionen und Vollzüge

## Einleitung
Kirche ist mehr als nur ein Haus aus Steinen. In der Theologie unterscheiden wir die vier **Grundvollzüge** kirchlichen Handelns (*Martyria, Koinonia, Diakonia, Liturgia*) sowie drei **Erscheinungsformen** des Begriffs „Kirche“:
1.  **Gebäude** (der sakrale Raum)
2.  **Institution** (die Organisation/Amtskirche)
3.  **Gemeinschaft** (die Versammlung der Gläubigen/Communio)

Dieses Arbeitsblatt dient der Festigung und Verknüpfung dieser Konzepte.

---

## Aufgabe 1 (AFB I)
**Ordnen Sie** die folgenden Elemente aus dem kirchlichen Alltag dem jeweils passenden Grundvollzug zu. Nutzen Sie dazu die Tabelle.

*Elemente:* Ambo (Lesepult) – Kollekte für „Brot für die Welt“ – Kirchenchor – Gemeindefest – Predigt – Abendmahlskelch – Seniorenkreis – öffentliche Stellungnahme gegen Rassismus – Taufstein – Hospizarbeit.

| Grundvollzug | Griech. Begriff | Zugeordnete Elemente |
| :--- | :--- | :--- |
| Zeugnis / Verkündigung | **Martyria** | |
| Gemeinschaft | **Koinonia** | |
| Dienst am Nächsten | **Diakonia** | |
| Gottesdienst / Feier | **Liturgia** | |

---

## Aufgabe 2 (AFB II)
**Analysieren Sie** die folgenden drei Fallbeispiele.
a) **Bestimmen Sie**, welche Erscheinungsform von Kirche (Gebäude, Institution oder Gemeinschaft) im Vordergrund steht.
b) **Erläutern Sie**, welcher Grundvollzug hier primär ausgeübt wird.

**Fallbeispiel A:**
> „Der evangelische Kirchenkreis hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der er die Kürzungspläne der Stadtregierung im Sozialbereich scharf kritisiert und christliche Werte anmahnt.“

**Fallbeispiel B:**
> „Jeden Mittwochmorgen trifft sich eine Gruppe ehrenamtlicher Senioren im Gemeindehaus, um gemeinsam zu frühstücken, sich auszutauschen und gegen die Einsamkeit im Alter anzugehen.“

**Fallbeispiel C:**
> „Die alte Dorfkirche wird saniert. Besonders der Altarraum soll so umgestaltet werden, dass er wieder eine würdige Atmosphäre für das Gebet und die Sakramente bietet.“

_Platz für Ihre Analyse:_
*   **Zu A:** _________________________________________________________________________
*   **Zu B:** _________________________________________________________________________
*   **Zu C:** _________________________________________________________________________

---

## Aufgabe 3 (AFB II)
Lies den folgenden biblischen Text über die Urgemeinde.
**Weisen Sie nach**, dass bereits in der ersten christlichen Gemeinde alle vier Grundvollzüge vorhanden waren, indem Sie die entsprechenden Textstellen den Begriffen zuordnen (Zitate oder Zeilenangaben).

> **Die erste Gemeinde (Apostelgeschichte 2, 42-47)**
> (42) Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. (43) Es kam aber Furcht über alle Seelen, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. (44) Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. (45) Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. (46) Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen (47) und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

*   **Martyria (Lehre/Zeugnis):** ______________________________________________________
*   **Koinonia (Gemeinschaft):** ______________________________________________________
*   **Diakonia (Dienst/Teilen):** _______________________________________________________
*   **Liturgia (Feier/Gebet):** ________________________________________________________

---

## Aufgabe 4 (AFB III)
Ein moderner Kirchenkritiker behauptet:
> „Glaube ist Privatsache. Ich brauche weder ein teures Kirchengebäude noch eine verkrustete Institution mit Ämtern. Wahre Kirche ist nur dort, wo Menschen spontan Gemeinschaft haben.“

**Erörtern Sie** diese Aussage vor dem Hintergrund der vier Grundvollzüge. Diskutieren Sie dabei, ob die Grundvollzüge *Martyria* (öffentliches Zeugnis) und *Diakonia* (organisierte Hilfe) ohne die Ebenen „Gebäude“ und „Institution“ dauerhaft funktionieren können.

_Platz für Ihre Erörterung:_

---

## Hilfekasten
> **Begriffe kurz erklärt:**
> *   **Institution:** Meint die Kirche als Organisation (Rechtsträger, Arbeitgeber, Verwaltung, Ämter wie Pfarrer/Bischof).
> *   **Martyria:** Geht nach außen (Mission, Öffentlichkeitsarbeit) oder stärkt innen den Glauben durch das Wort (Predigt).
> *   **Liturgia:** Alles, was den Kultus betrifft (Rituale, Sakramente, Gebet).

---

## Zusatzaufgabe (Für Schnelle)
**Entwerfen Sie** eine Skizze für eine „Kirche der Zukunft“. Wenn Sie auf das *Gebäude* verzichten müssten (z.B. aus Kostengründen), wie würden Sie die vier Grundvollzüge dann organisieren? (Stichwort: Digitale Kirche oder Hauskreise).
